Kammermusik von Feinsten

 

Kammermusik von Feinsten hat den Auftakt zur Winterreihe „Alte Musik im Weilburger Schloss“  2011 – 2012 zum „Tag des Offenen Denkmals“ gebildet, passend zu dessen Motto „Romantik – Realismus – Revolution – das 19. Jahrhundert“.

Schottische Lieder in den kunstvollen Vertonungen von Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven, erklangen in der Weilburger Schlosskirche - interpretiert von Bariton Klaus Mertens und dem  Instrumentaltrio mit Wilbert Hazelzet (Traversflöte), Thomas Fritzsch (Violoncello) und Shalev Ad-El (Fortepiano). 


Die Hinwendung zum Volkslied nahm Ende des 18. Jahrhunderts ihren Anfang und geriet im Laufe des 19. Jahrhunderts in sehr große Mode. 


Joseph Haydn alleine vertonte 400 englische, schottische und irische Volkslieder, eingerichtet für Singstimme, Klavier, Violine und Cello. Sie trafen den Publikumsgeschmack ihrer Zeit. In den Liedern werden schottische Heldentaten besungen, die Liebe und anmutige Oden auf die herrliche Landschaft. 


Bariton Klaus Mertens überzeugte mit seinem Vortrag, der klaren Aussprache mit schottischer Einfärbung der Vokale und wohlklingender Stimme. Seine musikalischen Begleiter standen ihm darin nicht nach: So auch Wilbert Hazelzet mit dem klangvollen Ton der Traversflöte, der nie brüchig oder verhaucht erschien. Thomas Fritzsch meisterte souverän die Cellopassagen – mal tänzerisch, mal energisch, mal zurückhaltend begleitend. Shalev Ad-El mit zarten Klängen in allen Lagen, sowie kraft- und klangvollen Akkorden. Unter anderem war die Beethovensche Vertonung des Liedes „The lovely lass o’Inverness“ zu hören. Schottische Klänge und Eindrücke vermittelte das Lied „O sweet were the hours“ – und entführte die Zuhörer in weite Ebenen Schottlands, sanfte Hügel und schroffe Klippen. Das Publikum spendete langanhaltenden Beifall und wurde mit einer Zugabe von Ludwig van Beethoven belohnt. 


Am 2. Oktober musiziert der Harfenist Tom Daun ein Programm mit Werken von John Dowland in der Schlosskirche. 

Weilburger Tageblatt, 14.09.2011